Rezension: Super Trouper vom Theaterverein Götzens

 

Laientheater sind eine tolle Sache. Bei solchen Theatervereinen kann jeder, der gerne mal auf der Bühne stehen will, sich als Schauspieler beweisen. Gerade im ländlichen Raum sind Bauerntheater sehr beliebt, aber auch kleinere Produktionen werden mit einer Liebe zum Detail in Szene gesetzt.

Bemerkenswert ist dabei, dass alle Akteure auf der Bühne, aber auch hinter der Bühne in ihrer Freizeit, neben Job, Familie und anderen Pflichten das Stück proben, Kostüme entwerfen, Bühnenbilder bauen, die Veranstaltungen organisieren und und und…
Natürlich kann man Laiendarsteller nicht mit ausgebildeten Schauspielern vergleichen, aber trotzdem legen die Truppen sich selbst eine hohe Messlatte, was sich dann auch im Spiel wiederzeigt.

Der Theaterverein Götzens ist so ein Verein, der normalerweise mit Komödien oder Bauernspielen sich erfolgreich einen Namen gemacht hat. Heuer, zum 30-jährigen Bestehens haben sich aber alle Beteiligten etwas Besonderes einfallen lassen und ein eigenes Musical inszeniert:

 

Super Trouper erzählt die Geschichte von Heidi, dem Geißenpeter und Klara auf modernisierte Weise weiter.

Story: 
Der Alm-Öhi wird 80. Die drei Freunde Claire, Peter und Marie wurden bereis als Kinder von ihren Eltern zu dem alten Mann in die Berge geschickt. Maries wie Claires Eltern sind seitdem geschieden und haben sich auch nicht mehr gesehen. Da aber die drei unbedingt wollen, dass alle zur Feier des Alm-Öhi kommen, schreiben sie kurzerhand geheimnisvolle Einladungen an ihre Elternteile. Da Peters Eltern bereits gestorben sind, laden sie dafür die Dorflehrerin Rottenmeier und den einstigen Schürzenjäger Harry ein. Neugierig, wer die Einladungen gesendet hat, kommen auch alle Gäste auf die Alm angereist (Claires Mutter mit einem netten Berliner Dialekt) und sind dafür umso überraschter, als sie auf ihre Expartner treffen…. jetzt liegt es an den Kindern, zusammenzuführen, was zusammen gehört…..
Rezension:

Wer sich ein bisschen auskennt, merkt schon, dass Spielleiterin Anni Voldauer bei der Handlung etwas beim ABBA-Musical „Mamma Mia!“ gespickt hat. Tatsächlich kommen auch einige Lieder der deutschen Version des Broadway-Musicals in dem Stück vor. Immerhin lädt das zum Mitsingen ein und die Songs fügen sich gut in die Handlung ein.
Aber neben den ABBA-Hits kommen auch einige neue Lieder dazu, die das ganze aufpeppen: Da wird über „Dottore Amore“ gesungen oder zu Marie und Peter gestehen sich ihre Liebe zu Grease „The one that I want“ oder Bruno Mars „Marry you“. Auch vom Text her bot das Stück einige Lacher und das Publikum klatschte zu den Liedern begeistert mi und hatte redlich Spaß daran, wenn Dorflehrerin Rosi ihre Liebe gesteht.

Gesanglich können die Schauspieler natürlich nicht mit der Wiener Oper mithalten, aber das muss es auch nicht. Es erfordert schon einiges an Mut und Selbstbewusstsein, nicht nur auf der Bühne zu stehen sondern auch zu singen. Musikalisch trafen die Darsteller so gut wie alle Töne, einzig das Mariechen hätte noch einen Ticken lauter singen können.
Bewundernswert waren auch die Choreographien, die sogar den Mambo von „Dirty Dancing“ nicht ausließen.

Ebenso liebevoll wie fantasievoll war auch das Bühnenbild. Mit einem eigenen Hausberg und einer Almhütte, die wahlweise sich in einen Partyraum aufklappen ließ, haben die Beteiligten alles daran gegeben, eine nette Bergwelt auf die Bühne  zu stellen. Lichteffekte sowie Videoprojektionen haben das Ganze dann nochmal richig professionell aussehen lassen.

Das Publikum hatte sichtlich Spaß und die Stimmung war in der Gemeindehalle wahrscheinlich besser, wie an so manchem Premierenabend in der Wiener Oper (und ich weiß wovon ich spreche)

Wer noch Lust hat, sich das nette Stück anzusehen,
am 2. und 3. Mai sind nochmals Vorstellungen, danach hat der Alm-Öhi erst mal genug gefeiert.

Bewertung: 4/5 Punkten- süße Berggeschichte mit schwedischen Liebesliedern 

www.theaterverein-götzens.at

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