Mailand: Feierliche Scala-Eröffnung mit Anti-Terroreinheiten

Die jährliche feierliche Eröffnung der neuen Saison an der Mailänder Scala wurde gestern, 7. Dezember über die Bühne gebracht. Mit Verdis „Giovanna D’Arco“, einem Stück, das seit 150 Jahren nicht mehr an der Scala aufgeführt wurde, sollte die neue Saison bereits zu Beginn einen Höhepunkt setzen. Die Eintrittskarten kostetten auch bis zu 2400 Euro.

Mit bekannten Sängerinnen und Sängern sollte das Publikum eine einmalige Show geliefert bekommen. Die russische Sopranistin Anna Netrebko, aber auch Tenor Francesco Meli waren klanglich nur zwei von vielen Highlights in der Oper. Der Musikchef des Hauses selbst, Riccardo Chailly stand am Dirigentenpult.
Natürlich waren zu diesem Anlass zahlreiche Prominente, Politiker und ander Gäste geladen. Dementsprechend hoch waren die Sicherheitsvorkehrungen im und um Haus herum.
Nach einem Bericht der österreichischen Tageszeitung „Die Presse“ und dem Österreich-Radiosender Ö1 waren die Schutzvorkehrungen so hoch wie noch nie.
Nach den Anschlägen in Paris und allgemeiner Terror-Verunsicherung galt auch bei der Scala-Eröffnung Alarmstufe rot.
Laut Ö1 soll das FBI Hinweise erhalten haben, wonach Terrorzellen des IS zumindest Anschläge angedacht hatten. Über 700 Soldaten sicherten das Gelände und die Straßen rund um die Scala dementsprechend ab.
Im Opernhaus selbst waren Sicherheitsspezialisten teils in zivil unter den Gästen, um die Lage vor Ort zu überwachen. Wer Zutritt zum Operngelände hatte, wurde im Foyer mit Metall-Detektoren durchsucht.

Wie angespannt die Stimmung und ernst die Lage war, lässt sich an einem Fehlarlarm der Mailänder Polizei sehen: Eine Hausfrau hatte eine Einkaufstüte in der Nähe der Oper liegen lassen, was zu einem Sicherheitseinsatz führte.
Zwar mögen die Sicherheitsvorkehrungen ein bisschen an einen Bond-Film erinnern, aber es kam zu keinerlei Vorfällen und die Premiere konnte grandios über die Bühne gebracht werden. Einzig Anna Netrebko beschwerte sich, dass dieser Stress ihrer Stimme schade.

Es ist bedauernswert, dass in Zeiten wie diesen nun auch schon einfache Opernbesuche ein Risiko bergen können.

By KulturKiwi

Bild: Fassade der Mailänder Scala – Wikipedia

Eine gute Rezension von der Premiere gibt es auf:
opern-kritik.de

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