Was ist eigentlich Stage Entertainment?

Nachdem mein Blogpost über die derzeitigen Umstrukturierungen bei Stage Entertainment auf eine dermaßen große Resonanz gestoßen ist (alleine zwischen 6 und 10 Uhr haben 300 Leute den Post gelesen) will ich euch heute ein paar wirtschaftliche Details rund um die Stage Entertainment aufdröseln. Denn viele wissen zwar, dass die Stage Entertainment für die großen Produktionen im deutschsprachigen Bereich zuständig ist. Der Aufbau ist aber dann doch recht interessant gegliedert.

Made in Netherlands

Die Geschichte von Stage Entertainment beginnt im Jahr 1998 mit dem Gründer des Unternehmens, Joop van den Ende. Van den Ende machte einst seine Karriere als Bühnenbildner und Schauspieler, ehe er ins niederländische Fernsehen wechselte und als Produzent zu wirtschaften begann. 1993 gründete er gemeinsam mit John de Mol die Produktionsfirma „Endemol Entertainment“. Bekannte Serienformate von Endemol sind etwa „Big Brother“ aber auch „Wer wird Millionär“ läuft unter Endemol Lizenz. Auf RTL laufen dementsprechend hin und wieder Endemol-Formate. Das Fernsehunternehmen entwickelte sich prächtig und war ab 2000 sogar börsennotiert, ehe es von der spanischen Telekomgruppe aufgekauft wurde.

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Joop van den Ende  Foto: Wikipedia

 

Innerhalb von Endemol war der Produktionsbereich „Live Entertainment Division“ van den Endes Spezialgebiet, der sich die Rechte daran kaufte und die Produktion von Live Formaten (Musicals, Shows etc.) schließlich in ein eigenes Unternehmen auslagerte: Stage Entertainment war geboren.

Joop van den Ende war und ist die Weiterentwicklung von kulturellen Konzepten wichtig. In den Niederlanden fördert er jährlich mit 10 Millionen Euro kulturelle Projekte.

Die Eroberung des deutschen Marktes

Neben den Niederlanden behauptete sich Stage Entertainment auch bald am deutschsprachigen Markt. In den 90ern hatte Rolf Deyhle mit dem Bau zahlreicher Spielstätten und der Gründung der Aktiengesellschaft Stella AG bereits den Boden dafür bereitet. Das deutsche Publikum war Ende der 80er Jahre mit dem Musical „Cats“ auf den Geschmack gekommen und Deyhle sah eine Chance darin, eine neue, private Theaterbranche nach amerikanischem Vorbild zu etablieren.
In Deutschland wurde eine eigene Tochtergesellschaft gegründet: Die Stage Holding, die mit „Der König der Löwen“ in Hamburg und „Elisabeth“ (damals noch in gemeinsamer Teilhabe mit Stella AG) in Essen bald eine erfolgreiche Basis aufbauen konnte. Die Stage Holding wurde zu einem starken Konkurrenten für die Stella AG, die nicht mehr damit nachkam die Kreditrückzahlungen zu gewährleisten. Anfang der 2000er Jahre ging die Stella AG in Insolvenz und musste abgewickelt werden.

Für die Stage Holding war das ein Glücksfall, denn sie konnte nach einigen Verhandlungen 5 Spielstätten in ganz Deutschland übernehmen. Stage Holding hatte damit auf einen Schlag eine nahezu monopolartige Stellung in der deutschen Musicallandschaft

Der erste Geschäftsführer war Maik Klokow, der später einmal das eigene Live Entertainment-Unternehmen „Mehr! Entertainment“ gründen würde. Derzeitige Geschäftsführerin für Stage Entertainment Germany ist Ursula Neuss.

Die Joop van den Enden Academy

Die Stage Entertainment verstand sich nicht nur als kultureller Dienstleister. Joop van den Ende erwartete auch, dass für das boomende Musicalgeschäft intern Darsteller ausgebildet werden konnten. 2003 eröffnete deshalb in Hamburg die Joop van den Ende- Academy, an der jährlich einer Hand voll Studenten die Möglichkeit geboten wird, eine Ausbildung zum Musicaldarsteller zu absolvieren.
Die Ausbildungsstätte ist auch außerhalb der Szene weit bekannt und genießt deshalb einen guten Ruf. Stars wie Alexander Klaws oder Sabrina Weckerlin begannen hier ihre Karriere.
Doch da die Joop-van-den-Ende-Academy eine private Schule ist, müssen auch die Kosten selbst getragen werden. Die Ausbildung ist dementsprechend eine finanzielle Belastung. Seit 2011 bezuschusst der Förderverein „Freunde der Joop van den Ende Academy“ die Schüler mit Vollstipendien von rund 1000 Euro im Monat. Die Stage Entertainment subventioniert die Schule mit einem sechsstelligen Betrag, wie es auf der Homepage heißt, da die Schule als eine Non Profit Gesellschaft vom Unternehmen gestützt wird. Gleichzeitig wurde die Höchstzulassung der Schüler von 16 auf 10 reduziert – um die Qualität der Ausbildung zu gewährleisten, wie es seitens des Unternehmens heißt.

Mit Ende des Schuljahres 2016 ist erst mal Schluss. 6 der derzeitigen Stipendiaten können ihre Ausbildung noch beenden, für 18 wird nach einer Lösung gesucht.

Stage Entertainment international

Mit 11 Theatern in Deutschland hat Stage Entertainment seinen Schwerpunkt am europäischen Markt. Doch auch in anderen Ländern versucht Stage mit seinen Produktionen die Musicalszene zu erobern.
So unterhält Stage Entertainment 2 Theater in den Niederlanden, 2 Theater in Moskau in Russland, sowie jeweils ein Theater in Frankreich, Italien Spanien und Großbritannien. Während in Deutschland meist En Suite Produktionen gespielt werden (längere Spielzeiten, fixe Standorte) werden in den anderen Ländern eher kurzzeitige Produktionen angeboten, zwischendurch kommen auch Tourproduktionen in den Häusern unter.
Dadurch erarbeitete sich Stage Entertainment eine gewisse Flexibilität und konnte sich auch zum größten internationalen Arbeitgeber der Branche entwickeln. In Deutschland sind derzeit etwa 1650 Menschen bei Stage Entertainment angestellt, weltweit sind rund 3000 Arbeitnehmer beschäftigt.
2006 wagte Stage Entertainment den Sprung über den großen Teich und erwarb in New York einen Theaterkomplex am Off-Broadway, den es als „New World Stages“ in seinen Konzern aufnahm. Das Gebäude beinhaltete 5 Bühnen, die unterschiedlich bespielt wurden.

Subunternehmen und Kooperationen

Stage Entertainment hat zwar sein Hauptgeschäft in Musicalproduktionen, doch auch in anderen Sparten versucht der Konzern immer wieder neue Events ans Publikum zu bringen. Das bekannteste Produkt außerhalb der Theater ist etwa die Eis-Showrevue „Holiday on Ice“, das als eigenes Tochterunternehmen nahezu jährlich eine neue Show in Eisarenen in ganz Deutschland, Österreich, Schweiz und Niederlanden aufführt. Weitere Tourproduktionen ist die „Best-of -Musical“-Reihe. Dort werden entweder neue Stücke dem Publikum in Stadien präsentiert, Highlights gekonnt in Szene gesetzt und auch die eine oder andere berühmtere Cast sorgt für ausverkaufte Hallen. Damit aber nicht nur die Shows gut an den Mann kommen, ist auch der Vertrieb mittlerweile von Stage Entertainment unter ein Dach genommen worden.

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Holiday on Ice – Believe  Foto: Stage Entertainment

Ursprünglich hatte Stage Entertainment einen eigenen Ticket-Service, der sich um den Vertrieb und die Bewerbung der Musicals an über 1900 Standorten allein in Deutschland kümmern sollte. 2007 übernahm Stage in Großbritannien den Ticketing Service der „Really Useful Group“, Andrew Lloyd Webbers Musical Unternehmen. Um den Absatz zu steigern und um selbst wieder neuen Gewinn zu bekommen, ging die Stage allerdings mit dem großen Ticket-Anbieter CTS Eventim eine Partnerschaft ein. Deswegen ist der Kartenverkauf auch in Deutschland über diesen Anbieter geregelt. 2014 stieß Stage Entertainment seine Anteile ab und verkaufte damit die eigenen Ticketing-Services in den Niederlanden, Spanien, Frankreich und Italien an CTS Eventim, der sich weiterhin um den Vertrieb kümmert. Ein besserer und leichterer Ablauf sollte damit gewährleistet werden.
Dazu kommen auch Lizenzkooperationen mit Disney (Aladdin, König der Löwen, Tarzan) sowie Webbers Musical Group (Phantom der Oper, Love Never Dies, Cats in Frankreich usw.) und den Vereinigten Bühnen Wien (Elisabeth, Tanz der Vampire, Rebecca usw.)
Diese Lizenzkooperationen sind wichtig, da sie natürlich auch das Angebot am deutschen Musicalmarkt bestimmen. Im Falle von Webber gibt es dann noch außerordentliche Vereinbarungen, die es ermöglichen, dass z.B. Phantom der Oper in einer Tour-Orchestrierung als En Suite Stück gespielt werden kann. Dies hat finanzielle Gründe, da es nicht nur Personal einspart, sondern auch die Gebühren um einiges senkt.

Eigenproduktionen
Neben den eingekauften Stücken versucht auch Stage Entertainment eigene Werke dem Publikum zugänglich zu machen. Derzeit ist etwa „Das Wunder von Bern“ in Hamburg aus dem Hause Stage Entertainment erfolgreich auf der Bühne zu sehen. Auch „Hinterm Horizont“ ist eine Eigenkreation, in Zusammenarbeit mit Udo Lindenberg. In Deutschland zu sehen waren auch:
3 Musketiere
Ich will Spaß
Der Schuh des Manitu
Ice Age Live
Ich war noch niemals in New York
Sister Act
Rocky

Daneben gibt es noch eine Reihe an niederländischen und englischen Produktionen, die hierzulande nicht aufgeführt worden sind.

Krisenmanagement bei Stage Entertainment

Wie in meinem anderen Artikel bereits erklärt, ist die Musicalbranche, so toll die Shows auch sind, ein Hochsrisiko-Geschäft, dass Fehler in der Planung oder schlechten Verkauf nicht so schnell verzeiht. Das musste auch die Stage Entertainment spüren.
Gerade in den USA hoffte man mit den New World Stages den amerikanischen Markt erobern zu können. „Rocky“ sollte den Durchbruch am Broadway schaffen. Denn die Story um den Silvester Stallone Boxer Rocky spielt in New York und war dem Publikum nicht unbekannt. Es wurden Millionen in Marketing, Produktion und amerikanische Adaptierung investiert, damit das Stück schließlich 2014 in den USA Premiere feierte – und einen festen Knock Out in der ersten Runde kassierte. Nach nur 6 Monaten wurde Rocky wieder abgesetzt. Auch in London hatte Stage Entertainment eine Theater direkt am West End bezogen, wo die letzte Produktionen „Made in Dagenham“ und „I can’t sing“ ebenfalls ein finanzielles Desaster wurde. Die Tourproduktion von „Anything goes“ musste ebenfalls früher abgesetzt werden als geplant.
Diese Misserfolge belasteten das Unternehmen mit einer Passiva von 19 Millionen Euro.

Zum Vergleich: In Deutschland konnte in der Saison 2013/2014 ein Gewinn von 12,1 Millionen Euro erspielt werden.
Die Konsequenzen daraus waren, dass Stage Entertainment seine Theater in den USA 2014 an die Shubert Organization in New York veräußerte – ein Musicalunternehmen, das seit über 100 Jahren in den USA Bestand hat.

Mit dem britischen Standort sieht es ebenfalls düster aus. Die britische Seite der Stage Entertainment ist auf jeden Fall nicht mehr abrufbar.

Aber auch in Deutschland konnte die Stage Entertainment in den letzten Jahren nicht immer nur erfolgreiche Quoten einfahren. „Der Schuh des Manitu“ wurde bald abgesetzt, „Gefährten“ war nach etwas mehr als einer Spielzeit reif für den Abdecker. Auch ein Theater konnte seine finanziellen Investitionen nicht mehr einspielen:
Das Colosseum in Essen wurde 2010/2011 endgültig für En Suite Produktionen vom Markt genommen. Nach wie vor gehört das Theater der Stage Entertainment, wird aber nur mehr für Konzerte oder kleinere Tourproduktionen vermietet.
Die Belegschaft und die Cast wurde in zahlreichen Theatern gekürzt, bzw. an billigere Subunternehmer ausgelagert (Reinigungsfirmen, Catering etc.) Viele Arbeitsverträge haben nur mehr eine kurze Laufzeit von 2 Jahren. Da Technik, sowie die Ansprüche des Publikums über die Jahre stiegen, musste dies auf die Preispolitik abgewälzt werden. Die Ticketpreise erhöhten sich, denn Stage ist nach wie vor ein komplettes Privatunternehmen. Da es außerdem als internationales Unternehmen tätig ist, haften die Tochtergesellschaften mit für die anderen Theater. Heißt: Die 19 Millionen Passiva werden vom Gewinn in Deutschland und anderen Ländern mit getilgt. So ist es aber auch andersrum, dass die Gewinne aus den anderen Ländern wieder in deutsche Produktionen investiert werden können.

Der CVC- Deal 

Obwohl John Spee der CEO von Stage Entertainment ist, gehörte das ganze Unternehmen nach wie vor Joop van den Ende. Dieser hat sich im Alter zwar immer mehr aus den Geschäften herausgehalten, war aber nach wie vor kompletter Teilhaber des Konzerns. Wenn ein Stück nicht so lief, wie er es sich erhoffte, stand er auch öfters mit seinem Privatvermögen, dafür ein, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Van den Ende war es nach wie vor ein Anliegen kulturelle Räume zu erschaffen und dem Publikum Neues anzubieten. Doch auch der Eigentümer kommt in die Jahre und so entschied er zu seinem 70. Geburtstag sich nach einem Teilhaber umzusehen, um ihn 60 Prozent seiner Anteile zu verkaufen.

Auf dem ersten Blick mag Stage tatsächlich lukrativ wirken, ist aber nach wie vor ein Hochrisiko-Faktor. Trotz des Umsatzes von über 300 Millionen Euro ist der Gewinn doch bedeutend geringer. Einen zahlungsfähigen Teilhaber zu finden der auch noch reininvestiert ist dementsprechend ein schwieriges Unterfangen. Es ist also eine logische Schlussfolgerung, dass ein Finanzinvestor die Teile von Joop van den Ende übernehmen würde.
Denn die Wahrscheinlichkeit, dass wieder eine einzelne Privatperson mit eigenem Vermögen für Stage Entertainment haftet, ist bedeutend gering.

CVC Capital Partners handelte schließlich den Deal aus. Für wie viel van den Ende seine Anteile überschrieben hat, ist nicht bekannt, es dürfte aber ein ordentliches Sümmchen gewesen sein. Joop van den Ende wird nach wie vor mit 40 Prozent der Anteile im Aufsichtsrat bestehen bleiben, hat aber nun kaum mehr Mitspracherecht bei der Abwicklung seines Unternehmens.

CVC ist eine so genante Private-Equity Gesellschaft. Das sind Gesellschafter, die in nicht börsennotierte Unternehmen investieren und auch risikoreiche Unternehmen, wie Start Ups unterstützen. Besonders im Start Up Bereich haben die Private Equity Gesellschafter ihre Finger im Spiel. CVC ist beispielsweise Teilhaber oder Besitzer von 60 Unternehmen, darunter Samsonite, aber auch die letzten Teile der Leman Brothers, jene Hedgefonds-Gesellschaft die 2008 dem Börsencrash zum Opfer fiel, wurde von ihr aufgekauft.
Dementsprechend werden solche Gesellschafter sehr zwiespältig gesehen, da keinen geringen Teil zur Wirtschaftskrise mit Spekulationen beigetragen haben.

Auch Stage Entertainment wird nun künftig von diesem Unternehmen betreut und begutachtet. Denn CVC steckt nicht nur Geld in den Konzern, sondern stellt auch Management und Know-How zur Verfügung, indem es die Verkaufsprozesse optimiert, die Bilanzen untersucht und versucht einen gesünderen Weg für die Stage zu finden.

Denn ohne das Zutun von Joop van den Ende wäre das Unternehmen mit ziemlich großer Sicherheit schon längst pleite gegangen und wir könnten uns nicht einem solch breiten Angebot an Musicals erfreuen.

In einem weiteren Schritt hat CVC nun damit begonnen, was eigentlich seit Jahren unvermeidbar war: Es zückt den Rotstift und versucht zu retten, was zu retten ist.

Die Musicalfans verfluchen van den Ende dafür, dass er offenbar an ein herzloses Finanzunternehmen die Anteile verkauft hat, das kein Gespür für Kunst hat.
Was auch stimmt.

CVC hat kein Interesse daran, die Kunst und Kultur durch weitere Finanzspäße zu beflügeln. Aber: Es sieht durchaus Potenzial in der Musicalbranche und in diesem Unternehmen.
Kein Finanzdienstleister dieser Welt beteiligt sich an einem Unternehmen, wenn es keine Gewinne auf Dauer verspricht. Aber es muss dementsprechend auch geführt und gewirtschaftet werden. Wenn die Stage Entertainment auf Dauer bestehen bleiben möchte, ist leider ein Umdenken in der Wirtschaftlichkeit gefragt.

In Deutschland hat Stage Entertainment seinen Erfolg nur durch seine Monopolstellung inne. Dass es aber eigentlich nicht wirklich konkurrenzfähig ist, beweisen die Pleiten in Amerika und London, wo auf wenige Quadratkilometer eine Vielzahl an Companys und Gesellschaftern ihre Theater am Laufen halten müssen. Die Stage ist dort binnen weniger Jahre untergegangen. Doch auch diese Entwicklung kommt nach Deutschland.
Die zahlreichen Theater sind natürlich super für das Publikum, um in ganz Deutschland zu Produktionen fahren zu können. Aber manche Gegenden und Standorte rentieren sich eben mehr als andere.

Wie genau die Strategie von CVC und Stage Entertainment aussieht, lässt sich deshalb nur erahnen. Die Gerüchteküche brodelt bereits ordentlich, aber wirkliche Informationen sind rar.
Dass ausgerechnet die eigene Musicalschule den Kürzungen Opfer fällt, ist bedauerlich, weist aber auf die Brisanz hin, wie wichtig dieser Sparkurs wohl geworden ist. Die Stage Entertainment kann sich in den Augen der CVC gerade keine Non Profit Gesellschaft leisten. Denn trotzdem gibt es nach wie vor zahlreiche Musicalschulen, die nun die Chance haben, sich einen neuen guten Ruf erkämpfen zu können. Die Töne werden rauer.

CVC sind laut einem Statement auf der offiziellen Stage-Entertainment Seite folgende Punkte wichtig:
– Besseres Marketing und Verkauf
– gezieltere Beschaffung und Umsetzung neuer Produktionen
– größere Transparenz im Unternehmen
– eine bessere und engere Kooperation zwischen den Tochtergesellschaften in den unterschiedlichen Ländern.
– effizientere Arbeitsweise und Abwicklung in den Abteilungen

Dementsprechend wird mit diesen neuen Maßnahmen auch ein Stellenabbau einhergehen. 300 bis 350 Positionen werden dem Unternehmen verloren gehen. Um die Schadensbegrenzung gering zu halten, sieht sich die Stage Entertainment darauf aus, keine neuen Menschen mehr einzustellen und alte Arbeitsverträge auslaufen zu lassen, ohne dass sie verlängert werden. Wie lange dieser Prozess dauert ist noch nicht absehbar.

Für die Zuschauer ist es schlimm, dass Theater und auch die Schule dicht gemacht werden. Aber, so bitter das klingt, das ist auch die einzige Möglichkeit, um die doch wirklich exklusive Lage in Deutschland, was Musicals angeht zu retten. Denn auch wenn Stadttheater und kleinere Bühnen großartige Produktionen leisten und enorm wichtig sind, um auch den Musicaldarstellern eine Möglichkeit auf Arbeit geben. Für große Lizenzen und technische Umsetzung wie etwa bei Phantom der Oper oder Aladdin fehlt dort leider das Geld und meistens auch der Platz. Dementsprechend ist es wichtig, dass Stage Entertainment, wenn auch in einer abgespeckten Version dem Markt erhalten bleibt.

KulturKiwi

 

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Lilly sagt:

    Wow!! Dein Artikel gefällt mir wirklich gut, normalerweie hinterlasse ich nie Kommentare, aber in diesem Fall war mir das wichtig. Dein Artikel ist meines Erachtens nach sehr gut recherchiert und informiert wirklich umfassend über aktuelle, wie auch frühere Ereignisse. Vielen Dank dafür <3

  2. Barb sagt:

    Dem schließe ich mich an, danke, sehr informativ.

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