7 Fakten über Tanz der Vampire

Am Wochenende entsteigt der Graf mitsamt seiner Gefolgschaft wieder seiner Gruft nach 3 Jahren Schlummer. Damit ihr beim Mitternachtsball etwas Smalltalk führen könnt, habe ich mal ein paar Fakten über Herrn Krolock und Co. zusammen getragen. Viel Spaß beim Lesen!

1. Der falsche Graf

„Eure Exzellenz…“, so wird Graf von Krolock im Stück ehrfürchtig von Abronsius und den Dorfbewohnern genannt. Das allerdings ist etwas irreführend. Exzellenz ist ein Titel, der entweder in der Kirche oder zivil und im Militär für hohe Amts- und Würdenträger verliehen worden ist. In Deutschland konnten im 18. Jahrhundert auch Professoren diesen Titel erhalten – Also wäre Abronsius eigentlich eher ein Kandidat für die Exzellenz 😉  Sollte der liebe Graf also ein blaublütiger Graf gewesen sein, dann hätte er die Anrede „Erlaucht“ bzw. wenn er ein Landgraf wäre „Durchlaucht“ oder „Hoheit“ erhalten. Klingt natürlich nicht so schick. Also, wenn ihr mal wirklich einen Grafen kennenlernen solltet: Eure Durchlaucht!

2. Der Vorname

„Ich bin Graf von Krolock, das Schloss gehört mir“, singen die Durchlaucht der Finsternis im 1. Akt. Dann ist da noch sein Sohn, Herbert von Krolock. Und… tja, wie heißt der Vampirgraf eigentlich mit Vornamen? Im Stück wird er nicht genannt. Die Vorlage zum Film lieferte ja Roman Polanskis Horrorkomödie „The fearless vampire killers or Excuse me your teeth stick in my neck.“ Kurz: Der Tanz der Vampire. Dieser Film aus dem Jahre 1967 hat genau die gleiche Handlung wie das Musical. Allerdings gibt es im Film eine Szene, in der Abronsius und Alfred an den Grabsteinen der von Krolocks vorbeigehen. Beim Grafen ist der Name Breda von Krolock eingraviert. Also, wenn ihr mal richtig angeben wollt:Und  Breda, sein Name ist Breda.

UPDATE: Nach Diskussion mit ein paar TdV-Fans (vielen Dank an der Stelle) muss ich leider eingestehen, dass ich mich da wohl geirrt habe. Viel mehr wird vermutet, dass der Grabstein, der ja auch nicht in der Gruft plaziert ist, eigentlich einer anderen Verwandten gehört. Ebenso ist Breda ein weiblicher wie männlicher Vorname.

3. Das traurige Ende der Ur-Sarah

Bleiben wir noch kurz beim Film. Regisseur Roman Polanski führte nicht nur diesen Film, er spielte auch eine der Hauptrollen: Alfred.
Die Sarah wurde von dem damaligen Model Sharon Tate verkörpert. Polanski und Tate lernten sich kurz vor den Dreharbeiten kennen und recht schnell auch lieben. Sharon Tate zog zu Polanski. Und das vor der Ehe- ein kleiner Skandal damals! 1968 wurde schließlich Hochzeit gehalten und Sharon Tate wurde schwanger. Sie war nach wie vor beliebt, begehrt und galt als eine der schönsten Frauen ihrer Zeit.
Am 8. August 1969, wenige Tage vor der Geburt ihres ersten Kindes, drangen Mitglieder einer satanistischen Sekte in das Anwesen von Tate und Polanski ein. Tate, sowie weitere Freunde, die sie besuchten wurden gefesselt. Die Freunde wurden mit Schüssen oder Messerstichen buchstäblich niedergemetzelt. Tate war die Letzte, die noch lebte, ehe sie unter 16 Messerstichen ermordet wurde. Mit ihrem Blut schrieben die Sektenanhänger noch das Wort „Pig“ an die Hauswand. Roman Polanski war zu dem Zeitpunkt für Dreharbeiten in Europa. Das ungeborene Baby konnte nicht gerettet werden und erhielt posthum den Namen Paul Richard.

4. „Blut Liebling, leck es ab“

Ja, so einige Charaktere lassen in den drei Stunden Transylvanien-Urlaub ihr Leben und werden zu Geschöpfen der Nacht. Um den Blutdurst der Vampire zu stillen sind nun mal Opfer nötig. Laut einem Bericht der Stuttgarter Zeitung 2011 hat während der 20 monatigen Spielzeit alleine Graf von Krolock rund 10 Liter Blut geschlürft. Natürlich kein echtes, sondern Kunstblut. Aber wie geht das eigentlich?
Für Tanz der Vampire wurden extra sogenannte Blutkissen geordert. Wenn ein Vampir zur Tat schreitet, muss der Darsteller diese, mit Kunstblut gefüllten Plastikbeutelchen in den Mund nehmen und kräftig zubeißen. Schon rinnt eine rote, manchmal nach Erdbeer schmeckende, Masse aus dem Mund. Am Tag der offenen Tür wurde das mal interessierten Zuschauern demonstriert. Im Video seht ihr, dass es gar nicht so einfach ist, einfach mal da drauf zu beißen.

 

5. Gescheiterte Broadway-Karriere

Tanz der Vampire hat eigentlich alles, was ein verdammt gutes Musical ausmacht: eine fesselnde Liebesgeschichte, viel Witz und Humor, großartige Ohrwürmer und ein bombastisches Bühnenbild. Das alles klingt so gut, dass man doch eigentlich auch am Broadway Erfolg haben müsste… Eigentlich….
Tatsächlich feierte am 16. Oktober 2002 „Dance of the Vampires“ am Broadway seine Premiere. Allerdings wurde das Stück ein bisschen umgeschrieben.
Transylvanien im Jahre „1880-something“ (so wird das tatsächlich auf der Bühne gesagt). Das ist aber nicht die einzige Änderung, ein Beispiel?
Sahrah geht mit ihren Freundinen Nadja und Zsa-Zsa Pilze sammeln, als die drei Mädchen von einer Horde Vampire angefallen und Zsa-Zsa und Nadja verschleppt werden. Da wächst aus dem Boden ein überdimensionaler Sarkophag aus dem Boden aus dem der Vampirgraf Giovanni von Krolock erscheint und Sarah zu bezirzen anfängt…
Die Dorfbewohner bereiten unter dessen das 666. Knoblauchfestival vor, als ein gewisser Professor Abronsius aus Heidelberg mit Assistent Alfred anreist, um den letzten Vampirgrafen der Welt zu töten – eben Giovanni von Krolock.
Der wiederum wird später Alfred einen überdimensionalen Schamm in der Form eines Penis schenken wollen…
Falls ihr gerade euch denkt WAS ZUR HÖLLE?? – das dachten sich die Zuschauer wohl auch, weshalb bereits am 25. Januar 2003 der letzte Vorhang fiel.

Diesen bühnentechnsichen Bockmist kann man übrigens zum einem dem Comedy-Autor David Ives zu verdanken und angeblich auch Michael Crawford. Genau jener Crawford, der einst das Phantom der Oper verkörperte und zu Weltruhm gelangte. Er fand die Rolle des Krolocks zu ernst und düster und verwandelte deshalb einfach mal seinen Charakter in ein Kasperle mit Umhang.
Ursprünglich sollte ja Steve Barton am Broadway den Vampir geben. Durch seinen frühen Tod wurde eben Crawford gecastet. Leider oder Gott sei Dank scheiterte diese Version in den USA.

6. Bekannte Melodien

Klar sind die Lieder im Musical schon tolle Ohrwürmer. Trotzdem gibt es ein paar Lieder, die vielleicht dem einen oder anderen auch mal im Radio über die Ohrne gedudelt sind. Z.B. Bonnie Tylers „Total Eclipse of the Heart“. Mit Plagiarismus hat das aber nichts  zu tun. Jim Steinman komponierte einst das Lied für den Sänger Meatloaf. Meatloafs Plattenfirma lehnte den Song aber ab. So konzipierte Steinman ihn für die britische Sängerin Bonnie Tyler. Da Steinman auch Produzent für Tanz der Vampire war, konnte Michael Kunze ohne schlechtes Gewissen den Song nehmen und zauberte daraus das zauberhafte Duett zwischen Sarah und Graf von Krolock.

 

7. Der Graf bitte in die Maske!

Damit der Graf dann später piekfein vor Sarah steht, müssen die Darsteller bis zu 2,5h in der Maske hocken. Neben der Grundierung des Gesichts, werden auch die Hände des Grafens jeden Abend aufs Neue bemalt und mit künstlichen langen Fingernägeln ausgestattet. Hinzu kommt, dass die Perücke des Grafens jeden Tag neu hergerichtet wird, damit auch über eine längere Spielzeit seine Durchlaucht keine Haare lassen muss.

Besondere Leisutung muss aber der Darsteller von Koukol bringen. Der bucklige Diener des Grafen hat leider nur sehr wenig Bühnenzeit. Dafür muss der Darsteller allerdings eine falsche Glatze, falsche Ohren, eine falsche Nase, falsche Hände und Zähne sowie Warzen auftragen. Durch den Buckel und den klobigen Schuhen hat das Kostüm ein Gewicht von

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Stefan Büdenbendner als Koukol. Bild: Stage Entertainment

mehrere Kilos. Da Koukol dazu sehr gebeugt und humpelnd laufen muss, kann der Darsteller auch nicht zu lange auf die Bühne hinaus. Das Kostüm wird auf Dauer zu warm und zu schwer.

 

 

 

 

 

So mit dem Wissen könnt ihr sicher jede noch so langweilige Konversation in der Ewigkeit aufpeppen.

Seid Bereit!

Eure Kiwi!

 

 

 

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. melanie sagt:

    Die Reichsgrafen benutzten den Titel Exzellenz auch für eine kurze Zeit 😉

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