Theaterfest des Tiroler Landestheaters – ein Bericht

Mit dem Herbst beginnt jetzt auch wieder meine kulturelle Phase. Für den Oktober sind einige Events und Berichte geplant. Aber als Einstieg kommt mein Bericht über das Theaterfest des Tiroler Landestheater, das bereits wieder mit der Saison gestartet hat. Vorhang auf für die Produktionen 2016/2017

Abflug in eine neue Produktionszeit

Viel Trubel herrschte auf dem Vorplatz des Tiroler Landestheaters am 18. September 2016. Kein Wunder, denn nachdem das TLT gut zwei Monate seine Pforten geschlossen hatte, begrüßte es seine Zuschauer und Neugierige mit dem alljährlichen Theaterfest zum Saisonauftakt. Und an Programm wurde einiges geboten.
Nach einer Ansprache durch Intendant Johannes Reitmeier stürmten eine Menge begeisterter Leute auch sogleich danach in das große Haus und in die Seitengebäude, um vor und hinter den Kulissen Mäuschen zu spielen.

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Chefstewardess Dale Albright bereitet den Check-In vor. (Foto:Kulturkiwi)

Im großen Haus wurden dann erstmal von Chefstewardess Dale – ähm verzeihung – „Darla“ Albright erst einmal die wichtigsten Köpfe des Tiroler Landestheaters eingecheckt. Beim Check-In wurden die Passagiere auch gleich über anstehende Produktionen ausgefragt. So gab Leiter der Tanzcomany Enrique Gasa Valga erste Informationen über die Tanzproduktionen. Nächste große Uraufführung wird am 22. Oktober das Tanzstück „Mayerling“ sein. Beleuchtet wird dabei das Leben und die dramatische Liebesbeziehung von Kronprinz Rudolf von Österreich, Sohn von Kaiser Franz-Joseph und Elisabeth, die ein trauriges Ende nahm. Aber auch weitere Tanzproduktionen wie „Menage à trois“ oder „Edith Piaf – Der Spatz von Paris“ (eine Produktion von Marie Stockhausen) werden sicher wieder viele begeisterte Zuschauer ins TLT locken.

Weitere eingecheckte Passagiere waren Operndirektorin Angelika Wolff, Chefdirigent Francesco Angelico und Schauspieldirektor Thomas Krauß, die Einblicke in die jeweiligen Sparten und kommende Produktionen gaben. Vielversprechend klingen dabei die Uraufführung der Kammeroper Totentanz, oder die Schauspielklassiker wie Kafkas „Der Prozess“ oder Nestroys „Der böse Geist Lumpazivagabundus„.

Über den Tag verteilt gab es im großen Haus noch weitere Highlights wie Ausschnitte aus „Heiße Zeiten, die Wechseljahrerevue“ oder „Mayerling“.

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Ausschnitt aus „Heiße Zeiten-Die Wechseljahrerevue“ (Foto:Kulturkiwi)

Einblick hinter die Kulissen

Natürlich gab es nicht nur im großen Haus Programm. Am Theaterfest öffnen sich so manche Türen, die sonst verschlossen bleiben und das haben sich die Besucher nicht entgehen lassen. In den Probebühnen wurden laufend Workshops angeboten. Besonders die kleinen Zuschauer (oder welche, die wie ich gerne nochmal klein wären 😉 ) kamen auf ihre Kosten. Da konnte man zum Beispiel das Monster Erwin kennenlernen, der mit dem Frosch ein paar Abenteuer bewältigte. Oder der Pumuckl hat kurz vorbeigeschaut.
In der eigentlichen Werkstatt wurden ebenso Kostüme aus ehemaligen Produktionen verkauft oder zur Anprobe bereit gestellt. Und immer wieder muss ich sagen, dass ich restlos begeistert bin von der Detailverliebtheit, die jedem Kleidungsstück innewohnt, egal ob eine einfache Jacke oder ein ganzes Kleid im Stil um die vorletzte Jahrhundertwende.

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Bühnenmodell zu „Mayerling“ (Foto:Kulturkiwi)

Interessant waren auch die ersten Einblicke und Bühnenmodelle zu den kommenden Produktionen. Unter anderem konnte man bei den Probebühnen erste Minatureinsichten von „Nostradamus“, „Rusalka“ oder Shakespears „Der Sturm“ betrachten. Dazu gab es Kostümentwürfe und bereits geschneiderte Kleider zu bewundern. Chefkostümbildner Michael D. Zimmermann liefert zum Beispiel für das Musical „Nostradamus“ hochwertige und aufwändige Kostüme, wie das Renaissancekleid mit Haube bereits zeigt.

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Kleid und Haube für das Stück „Nostradamus“ (Foto:Kulturkiwi)

Rendevouz mit der Leitung

Wer neben den ganzen Angeboten mal wirklich mit den Leitern des Theaters ins Gespräch kommen wollte, hatte dazu heuer gute Möglichkeiten. Der kaufmännische Geschäftsleiter Markus Lutz stellte sich im Fahrstuhl vielen Fragen, beim Kaffee mit dem Intendanten tauschten sich die Gäste über die weitere Entwicklung des Theaters aus. Besonderen Zuspruch fanden die Sonderführungen. Auf einer Baustellenführung gewannen die Kulturliebhaber erste Eindrücke vom neuen Haus der Musik, das gerade nebenan gebaut wird. Bis dort die ersten Konzerte über die Bühne gehen, dauert es aber noch ein Weilchen.

Mit Musik, kulinarischer Versorgung und einem grandiosen Eröffnungskonzert als Finale ging damit ein ereignisreicher Tag zu Ende. Für mich als Kulturjunkie kann ich sagen: Ich bin froh, dass mein „Stammtheater“ endlich wieder die Pforten geöffnet hat und mit der Mischung an Produktionen werd ich garantiert viel zu berichten haben!

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