Beef: Pago – ergo sum? Das „Recht“ auf meinen Star

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Lange nix mehr geschrieben und gerade der erste Beitrag, im bereits schon gut angezählten Jahr geht um ein Streitthema. Die liebe gute Fankultur der Zuschauer. Heute mal wieder im Musicalbereich.

Stars hautnah

Die Foren und Facebookgruppen sind ja mittlerweile zugepflastert mit den Meet & Greets von Darstellern, die wir alle mal gerne sehen wollten. Ja, auch von mir gibt es Fotos mit meinen Lieblingen, das streite ich auch gar nicht ab.
Und das ist ja eigentlich das schöne, dass wir viele unserer Idole mit relativ wenig Aufwand und etwas Höflichkeit mal nach der Show erwischen. Manche Darsteller nehmen sich so super gerne Zeit für uns, und das freut mich sehr. Nun, dass sich der Hype um diverse Grafen oder andere Stars an der Stagedoor schon manchmal etwas verselbstständigt haben wir schon genug diskutiert. Auch ich krieg Herzklopfen, wenn ich meinen Lieblingssängerinnen- und Sängern gegenüberstehe.

Der Ärger mit der Castlist

Was ich überhaupt nicht verstehen kann, ist die Aufregung um die Castliste, die manche User online provozieren, wenn nicht ihre Leute auf der Bühne stehen. Durchaus, ist mir auch schon passiert, dass ich mich total auf Jan Ammann gefreut habe und dann stattdessen Torsten Ankert als Grafen hatte. Tja, erster kleiner Enttäuschungsseufzer, aber danach umso größere Begeisterung, anders wäre ich auf diesen grandiosen Darsteller sicher nicht gestoßen.
Doch offenbar steckt das nicht jeder Fan so gut weg.

Heute hat Alexander Klaws auf seiner Fanseite bekannt gegeben, dass er mal spontan eine Woche frei kriegt. Hey! Er hat Urlaub, er kann Zeit mit seiner Familie verbringen, eventuell mal durchschnaufen oder vielleicht sogar mal ein paar Tage wohin fahren. Als echter Fan sollte man sich doch für den Sänger freuen. Immerhin gibt er 8x die Woche volle Power sein Bestes auf der Bühne, Grippe und Anstrengung zum Trotz…
sollte man meinen.

Was ich gelesen habe, hat mich dann doch stutzig gemacht. Der Großteil hat dem Sänger auch gratuliert für die freien Tage. Aber es gab doch auch nicht unbeachtliche wütende Kommentare
„Wir Zuschauer sind angearscht“, „Ich werde mich beschweren“ haben tatsächlich einige ihrer Wut freien Lauf gelassen. Gut, wenn ich Karten gekauft habe und mich auf Alex gefreut hab, ist eine erste Enttäuschung durchaus verständlich. Aber das?
Das hat mich doch sehr überrascht.

Unsere Helden sind (k)eine Selbstverständlichkeit!

Liebe wütende Meute da draußen: Geht’s noch? Jemanden das Recht auf Urlaub absprechen, weil man Karten gekauft hat für eine Vorstellung finde ich ziemlich dreist und noch mehr vermessen. Auch ich beschwere mich nicht, wenn meine Lieblingsfriseurin im Urlaub ist. Sie teilt mir das eigentlich auch nicht mit. Und ja, auch wenn ich gewisse Erwartungen habe, vielleicht sogar wegen gewissen Darstellern die Show ansehen möchte: Was meint ihr, macht das für ein Bild auf den Rest der Cast?

JEDER in der Show ist wichtig und macht sein Bestes! Ich finde es unheimlich vermessen, dass Fans meinen, sie hätten ein Exklusiv-Paket mit ihrer Traumbesetzung gebucht für 120 Euro. Sorry Leute, auch wenn ihr viel Geld für ein Ticket gezahlt habt, ihr habt kein Privatkonzert, sondern die Vorstellung gebucht. Und solange diese ohne Probleme abgewickelt wird, egal mit wem, braucht ihr euch auch nicht beschweren.

Was ist das für eine Welt, in der mittlerweile offenbar der private Sänger zum Anfassen eine Selbstverständlichkeit geworden ist? Ich finde ja schon das Beatles-Gehabe an der Stagedoor peinlich, aber dann noch öffentlich auf der Facebookseite tröten, dass man nicht einfach mal freinehmen kann, finde ich frech.
Natürlich greift auch gleich die andere Seite zum Schwert und verteidigt die Urlaube ihrer Schützlinge. Alexander ist gerade aktuelles Beispiel, aber ich habe schon so oft lesen dürfen, wie sich manche künstlich aufregen darüber.

Ganz ehrlich: Wenn ihr meint, dass die Show dann so furchtbar ist ohne eure Idole, verkauft die Tickets. Es wird Menschen geben, die sich sehr darüber freuen. Und die übrigens jedem Darsteller Respekt zollen. Eine Musicalvorstellung ist eben kein Exklusivkonzert und eure Sänger keine Haussklaven.

Es ist übrigens interessant, dass die Leute, die am lautesten quaken eine Gegenmeinung nicht akzeptieren müssen. Die anderen sind die bösen, man selbst das Opfer. Ja, das geht auch einfacher. Liebe Pros + Kons… lasst uns erwachsen werden. Und jedem einfach seinen Off-Tag gönnen und vielleicht auch selbst eine kleine tolle Überraschung auf der Bühne erleben!

Wie seht ihr das? Müssen Darsteller immer parat stehen? Ist Ärger in so einem Fall begründet? Ich freu mich auf eure Meinung

Eure Kiwi

2005

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Mrs Postman sagt:

    Natürlich nicht! Wie soll denn das gehen? Es sind doch keine Maschinen. Ich sehe es im Übrigen auch so, dass man hier kein Ticket für ein Konzert von xyz hat, sondern für eine Theatervorstellung, dargeboten von einem Ensemble. Und dieses setzt sich nun mal nicht bei jeder Vorstellung gleich zusammen. Idealerweise sollte die Darbietung in jeder Konstellation annähernd gleich gut sein. Ich selbst habe ungefähr zehnmal in den letzten zwanzig Jahren die West Side Story der Broadway Musical Company gesehen. Jede Vorstellung, jede Maria, jeder Tony, jedes Orchester, in all den Jahren war fantastisch.
    Und ich wette, die Zweitbesetzung von so manchem Musical „Star“ ist mindestens genauso gut, wenn nicht besser.
    Aber man fragt sich, ob es den Hardcore Fans darum überhaupt geht. ….

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