10 Typen von Fans, die in fast jeder Show sitzen…

Wir sind das Publikum! Wir sind die Fans! Aber welche Art von Fan seid ihr?
Ich habe hier mal 10 Typen von Fans gesammelt, die irgendwie in fast jeder Show zu finden sind. 😉

Der Stagedoor-Camper

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Die Show ist ja ein nettes Beiwerk, aber das wahre Highlight findet dieser Musicalfan erst nachdem der letzte Vorhang gefallen ist. Stagedoor-Camper mĂŒssen nicht unbedingt die Vorstellung angucken, um am BĂŒhneneingang auf ihren Liebling zu warten. Wie die Motten ans Licht gezogen werden, finden die Fans auch im verwinkelsten und kleinsten Kellertheater die HintertĂŒr. Einmal das magische Portal entdeckt, harrt der Stagedoor-Camper davor aus. Und er kann SEHR geduldig sein. FĂŒr ein Foto, ein Autogramm, ja fĂŒr einen kleinen Blick richtet er es sich vor der Stagedoor gerne gemĂŒtlich ein. Ein 5-Personenzelt, Weber-Grill und eine Stereoanlage zum Abspielen der beliebtesten Musical-Melodien sorgen fĂŒr Flair am BĂŒhneneingang. Kommt der Star endlich mit hochgestellten Jackenkragen aus der Stagedoor rausgeschlichen, schlĂ€gt fĂŒr diesen Musicalfan die Gunst der Stunde.
In einem Àsthetischen Hechtsprung bringt er seinen Star zur Strecke und erlegt ihn mit einem grellen Selfie-Blitz. Die TrophÀe wird im Anschluss auf Facebook gezeigt und an der Zeltinnenwand aufgehÀngt.

 

Der verkannte Graf von Krolock

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Der verkannte Graf von Krolock ist in den meisten FĂ€llen ĂŒberraschenderweise weiblich. Er bzw. Sie zeichnet sich damit aus, dass sie in Tanz der Vampire das gesamte Libretto in und auswendig kann. Nicht nur, dass jedes Komma, jedes falsch betonte Wort zu inneren Schmerzen fĂŒhrt. Der verkannte Graf von Krolock ist auch mit den Partituren der Rollen bestens vertraut. Und er scheut auch nicht, diese mitzusingen.
Der verkannte Graf von Krolock ist aus Ungerechtigkeiten des Lebens dazu verdammt worden, am Sitzplatz nur fernab des Schlosses die Duette und Balladen mitzuschmettern. Aber da er/sie so sozial und nĂ€chstenliebend ist, lĂ€sst man alle Zuschauer im Umkreis von 10 Reihen an den gewaltigen Gesangssoli teilhaben. NatĂŒrlich singt sie dabei nur Stimmlagen, die entweder unter- oder ĂŒber ihrer nicht vorhandenen Gesangsstimme liegen. Einen Grafen kann man nun mal nicht zum schweigen bringen.

 

Der Stenograph

Der Stenograph ist eigentlich eher in Foren und Musicalgruppen wirklich erkennbar. Denn die Orthographie enttarnt diese kuriose Art des Fans. Stenographen haben keine Zeit, sich mit Wortgedöns aufzuhalten. Sie verschĂŒtten die Buchstabensuppe um sich und halten damit ihre Aussagen kurz, prĂ€gnant und vielsagend! Andere Stenographen verstehen diesen Musicalfan mĂŒhelos und können locker in einen Dialog einsteigen.
„Ich war heut bei TdV im TdW an der SD! Hammer! Der Graf war fantastisch!!“
– „Echt? Also ich finde ja, dass PdO in Hamburg noch besser ist als StEx! Übrigens, ich habe gehört, dass U.K. (das machen nur Hardcore-Fans!) jetzt doch nicht fĂŒr TB bei WWRY einspringt.“
Da weisste Bescheid!

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Der Klatscher

Applaus ist das Brot des KĂŒnstlers! Und der Klatscher ist Ă€ußerst spendabel! Eine todtraurige Sterbeszene bei LesMis? Das ist einen ordentlichen Beifall wert!
„Hass“ in Elisabeth jagt einen Schauer ĂŒber den RĂŒcken? Da schon mal die Bewunderung mit lautem Klatschen kundtun. Graf von Krolock schreitet das erste Mal am Publikum vorbei auf die BĂŒhne? Da kann man auch schon mal frenetisch jubeln – ohne dass der Graf ĂŒberhaupt schon was getan hĂ€tte.applaus
Der Klatscher ist laut und leidenschaftlich und bezeugt zu gerne, dass er immer und voll und ganz auf der Seite des Darstellers ist. Auch wenn der Applaus eigentlich gar nicht passt. Klatscher sind sehr nah mit den verkannten Graf von Krolocks verwandt. Nur, dass sie nicht singen, sondern stattdessen begeistert im Rhythmus  mitklatschen. NatĂŒrlich unterschwellig leicht außer Takt, dass der Dirigent im Orchestergraben ĂŒberlegt, seinen Job aufzugeben. Aber hey, Applaus ist alles, was ein KĂŒnstler braucht!

 

Der Psychoanalyst

Wir Fans kennen unsere Helden! Wir wissen wie sie ticken. Sehr gut kennen die Psychoanalysten die SÀngerinnen und SÀnger. Wenn ein T. etwas schrÀg schaut, hat er sicher wieder einen schrecklichen Tag, wenn U. sich versingt, dann liegt das definitiv an der Angina, die er seit 3 Jahren mit sich rum schleppt.
Psychoanalysten interpretieren jede Bewegung außerhalb des Librettos und der Regieanweisungen. In Kombination mit den Social Media Accounts ihrer Stars gelingt es ihnen, so ein exaktes Profil der Darsteller aufzubauen, inklusive Stimmungsschwankung, Eisprung und Putzplan vom letzten Wochenende! Dadurch lĂ€sst sich auch ermitteln, warum ein Darsteller so tickt, wie er tickt.

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Dass eigene Emotionen rein gespiegelt werden, ist gÀnzlich unmöglich.
„Ich bin mir sicher, dass T. heute so sauer geguckt hat, weil die Grafen-Tussi in Reihe 25 im zweiten Rang links hinten zweimal mitgesummt hat!!!!!“

 

 

Der Stalker

Das ist ein böser Begriff. Wir Fans sind keine Stalker. Wir sind nur sehr gut informiert. Denn es ist ja vollkommen klar, dass Musicaldarsteller vor und nach der Show kein Privatleben haben. Deswegen macht es uns sehr sauer, wenn ein PĂ€rchen mal lĂ€nger als 48 Stunden kein Update auf Instagram gegeben hat. Sind die getrennt? Ging er fremd??? Sie hat da letztens den TĂ€nzer bei TdV so seltsam komisch angeschaut… irgendetwas stimmt da nicht. Und was hat es damit auf sich, dass sie sich in der Kantine Spaghetti OHNE Soße bestellt hat?

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Der Stalker ist im Grunde genommen, ein sehr leidenschaftlicher Fan, der alles ĂŒber sein Idol wissen möchte und es auch herausfindet. Da fĂ€llt es nicht auf, wenn er freudequietschend von der Stagedoor bis ans Auto mitlĂ€uft, jeden Post auf Facebook kommentiert, oder aber die Socken vom Idol aus dem Waschkeller klaut. Also, liebe Darsteller…. fehlen euch hin und wieder Socken? Dann habt ihr vielleicht einen Stalker am Hals…

 

Der Kritiker

Kritiker meinen immer, alles und jeden kommentieren zu mĂŒssen. Meistens plustern sie sich gerne online mit einem eigenen Blog, Instagram Account, YouTube-Kanal oder Facebook-Seite auf. Dort wird dann das, was man zu sagen hat nochmal deutlich gesagt. Kritiker lieben Musicals, finden aber eigentlich immer das Haar in der Suppe. Da sie „vom Fach“ sind, sind sie auch absolut sicher, dass ihre Meinung unerlĂ€sslich fĂŒr die Nachwelt ist. Oft haben sie ihre Expertise aus anderen Kritikerblogs, einem schlauen Buch ĂŒber Musiktheorie und den 3x jĂ€hrlich besuchten AuffĂŒhrungen des dörflichen Theatervereins. Sie wissen am besten, welche Besetzung auf welche Rolle passt und lassen ihre Meinung auch nicht hinterm Berg.

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Andere Musicalfans sind immer begeistert, wenn die Meinung des Kritikers ihrer eigenen Meinung entspricht. Sagt der Kritiker mal was anderes als der Rest, werden sie dafĂŒr geschimpft, Kritiker zu sein. Man kann es eben nie allen Recht machen.

 

 

 

Der Wrestler

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Das StĂŒck ist vorbei. Vor der Stagedoor tummelt sich bereits eine Horde an Stagecampern, Klatschern und Stalkern, umrahmt von ein paar harmlosen Groupies. Es kann sich nur noch um Minuten handeln, bis endlich das Zugpferd es Ensembles sich der Meute stellt. Smartphones, Fotos, Autogrammkarten, alles liegt bereits parat. Da öffnet sich die TĂŒr einen Spalt, der erste Darsteller zwĂ€ngt sich durch den Schlitz, der von enthusiastischen Fans unwillkĂŒrlich wieder zugedrĂŒckt wird. Endlich ist es Zeit fĂŒrs Foto! Das ist der Augenblick fĂŒr den Wrestler!
Meist zuspĂ€tkommend, tackelt er einfach von hinten die ersten drei Reihen von Fans nieder. Zwei Stagedoor-Camper macht er mit einer Kopfnuss platt und schiebt sich dann einfach an den kreischenden Teens vorbei, die ohnehin Angst vor dem Wrestler haben. Mit einer brĂŒderlichen, atemraubenden Umarmung knipst er ein Selfie, wuschelt durch die Haare des armen Darstellers und verschwindet wieder im Nichts.
In Theatern ist der Wrestler die Gattung Mensch, die sich auf den StehplĂ€tzen bis 30 Sekunden vor Beginn nicht blicken lĂ€sst. Sobald er aber da ist, ergattert er mit zwei beherzten Bodychecks und einem „Aus dem Weg, du Null!“ seinen Lieblingsplatz. Wrestler haben erstaunlich kleine Freundeskreise, dafĂŒr umso mehr Spaß an Körperkontakt.

 

Die Smartphone-Lover

Warum drei Stunden das Handy ausschalten, wenn man stattdessen der Welt im Live-Ticker mitteilen kann, was man gerade tut. Es gibt nichts romantischeres, als im dĂŒsteren Zuschauerraum das blĂ€ulich angeleuchtete Gesicht eines Smartphone-Fetischisten zu erspĂ€hen. Besonders die SĂ€ngerinnen und SĂ€nger haben ihre hellste Freude damit, jene unaufmerksamen Wesen im Zuschauerraum auszumachen. Smartphone-Lover sind nicht nur wandelnde Live-Ticker, sie machen gerne noch Fotos oder nehmen gleich ganze Broadway-StĂŒcke damit auf. Ihr Handy auf Lautlos oder gar in den Flugmodus zu schalten halten sie fĂŒr eine echte Zumutung… man könnte ja was verpassen. Auch GesprĂ€che werden gerne angenommen. Die Freunde daheim dĂŒrfen ruhig an der Show teilhaben!

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Andere Musicalfans regen sich gerne ĂŒber den Smartphone-Lover auf, weil er unter anderem dem verkannten Graf von Krolock oder dem Klatscher die ganze Show stiehlt! Andererseits sind genau diese Neidhammel dann hocherfreut, wenn sie auf YouTube wieder illegale Aufnahmen ihrer Lieblingsdarsteller sehen. Immerhin hat ja jeder Recht auf ein bisschen Fame!

 

Das ChormÀdchen

Das ChormĂ€dchen kann nicht singen. Das wĂŒrde sie auch niemals wagen. Auch nicht mal laut jubeln oder gar jemanden ĂŒber den Haufen rennen. Das ChormĂ€dchen ist der Fan, der heimlich still und leise im Winkel einer Hausecke auf seinen Star wartet. Rauscht dieser dann an ihm vorbei – kriegt es den Mund nicht auf. ChormĂ€dchen sind eigentlich wichtig, denn sie laufen herzentflammt in die Vorstellung, versinken in die Musik und können sich ganz in das StĂŒck vertiefen. Steht dann der Held der BĂŒhne direkt vor ihnen bekommen sie aber keinen Ton hervor. Das ist sehr schade, denn so verpassen sie leider immer wieder die große Chance, ihrem Idol ein bisschen nĂ€her zu sein. ChormĂ€dchen halten sich ebenso zurĂŒck, wenn ein verkannter Graf von Krolock oder ein Smartphone-Lover ihre Vorstellung stört. Zu protestieren ist nicht ihre Eigenart. Auf der anderen Seite neigen ChormĂ€dchen dazu, ihre Lieblinsdarsteller dermaßen zu vergöttern, dass sie nicht erkennen, wenn diese einfach grottenschlecht  oder anderweitig arrogant sind. Gut, aber ChormĂ€dchen halten auch alte MĂ€nner in dunklen Kellern fĂŒr den Engel der Musik. Ein bisschen ChormĂ€dchen schlummert wohl in jedem Musicalfan.

 

christine

 

 

 

 

 

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