Musicals

Moderne Musik, spannende Geschichten und großartige Bühnenszenerien locken das Publikum. Auf diesen Seiten lest ihr Rezensionen und erfahrt News über die Musicalwelt.

Zur Geschichte des Musicals

Das Genre „Musical“ kann natürlich nicht eine jahrhundertelange Geschichte vorweisen, wie es die Oper tut. Aber so jung, wie es die Meisten halten, ist es nun auch wieder nicht. Um genau zu sein, hat die Fachrichtung „Musical“ gute 100 Jahre auf dem Buckel. Und wie es der englischsprachige Name schon verrät, hat alles seinen Ursprung auf der anderen Seite des Atlantiks – in Amerika.

Amerika ist um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ein Schmelztiegel vieler Nationen. Afro-Amerikaner, Einwanderer aus China, Irland, Deutschland, England, Südamerika, eigentlich allen anderen Ländern dieser Welt brachten ihre Kultur und auch musikalischen Hintergründe mit in das neue Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
New York City mit der Insel Manhattan war meist der erste Anlaufpunkt vieler Einwanderer. Auf Ellis Island kamen sie in Schiffen zum neuen Kontinent, um sich dann über die Staaten zu verteilen. So ist es nicht verwunderlich, dass alles seinen Anfang im „Big Apple“ nahm.Durch die unterschiedlichsten kulturellen Einflüsse und Modeerscheinungen der damaligen Zeit wurde  die amerikanische Musik beeinflusst. Country traf auf jazzigen Blues Swing der Afro-Amerikaner, irischer Folklore trat auf Chansons der französischen Welt. So war es nur eine Frage der Zeit, bis sich aus all diesen Kulturen erste Bühnenwerke entwickelten. Besonders der Einfluss der französischen Varietéshows und Barockopern aus Wien trieb die Entwicklung voran. Großer Beliebtheit erfreuten sich ab Mitte der 1860er Jahre die legendären Wild-West-Shows. In diesen Shows ritten Cowboys wilde Rodeo-Stiere, es wurden Indianer in der Arena gejagt oder ein Wettschießen veranstaltet. Ganz nach dem Motto: Je exzentrischer, desto besser!
Mit dem Ankommen neuer Kulturen und Konfessionen traten auch neue Themen immer mehr in den Mittelpunkt. Die Leute in der neuen Welt liebten es, unterhalten zu werden. Während die Menschen nach der strapaziösen Reise und unter großen Anstrengungen und Entbehrungen alles dafür gaben ihren persönlichen American Dream zu verwirklichen, boten Theater und Shows Möglichkeiten, dem grauen, harten Alltag zu entfliehen. Mit dem Eintreffen jeder neuen Völkerschicht kamen mehr Geschichten und musikalische Einflüsse zusammen, die einen neuen Musikzweig entstehen ließen:
„Musical Drama“, „Musical Play“ oder „Musical Theater“ „Musical Comedy“; „Musical Fable“ – die Definition war vielschichtig, ganz gleich wie die amerikanische Bevölkerung um die vorletzte Jahrhundertwende.

The Show must go on!

Als erstes Musical wird oft die Show The Black Crook genannt. Dieses Stück hatte 1866 Premiere am New Yorker Broadway. Ganze fünf Stunden erzählte das Musiktheater die Geschichte um einen Zauberer, der in einer deutschen Mythenwelt das Glück sucht. Es orientiert sich stark an der Geschichte von Faust und wirkt eher wie eine Zusammensetzung unterschiedlicher, damals bekannter Bühnenstücke. Eigenkompositionen hatte die Inszenierung nicht. Besonders beeinflusst wird es von deutscher romantischer Oper, komödiantische Teile der französichen Operette und Komödien und wartete mit einem Ballett von 70 französischen Tänzerinnen auf. Das war die Neuheit im Kontrast zu anderen Stücken, die bereits am Broadway spielten. Insgesamt wurde „The Black Crook“ über 470 Mal aufgeführt und setzte langsam einen Trend in Bewegung, der sich von den bisherigen Operetten und Opern entfernte und eigene Produktionen entwarf.
HISL007_EC455
Broadway-Poster von „The Black Crook“  Quelle: Wikipedia

Trend war es, einfache Geschichten, in zwei Akten aufgeteilt auf die Bühne zu bringen. Die ersten Stücke waren eher mit einfachen Charakteren besetzt. Es gab Gute und Böse, Helden und Witzbolde, die in  einer mehr oder weniger simplen Geschichte ihr Glück suchten. Zu Beginn allerdings waren es einzelne Lieder, die in der Show gesungen wurden, ehe die Handlung dann sprachlich weiter ging. Oftmals waren es nur kleine Kurzgeschichten, die dann, wie eine Perlenkette aufgereiht, eine ganze Handlung ergaben.
Schon bald sah man aber von den Geschichten außerhalb der vereinigten Staaten ab. Das amerikanische Lebensgefühl, die gesellschaftlichen Fragen dieses großen Landes boten genügend Stoff um neue Stücke zu inszenieren.  Stücke wie „Oh, Lady! Lady!“  von 1918 erzählten von den einfachen Leben und Problemen von Arbeitern, aufstrebenden Tellerwäschern zum Millionär usw. Es wurde auch mehr Wert auf ein spektakuläres Bühnenbild und bessere Unterhaltung gegeben. Denn nur wenn die Zuschauer sich unterhalten fühlten, kamen sie auch wieder in die Theater, die sich immer zahlreicher am Broadway ansiedelten.

Ol Man River und der neue Zeitgeist

Bis Anfang der 20er Jahre waren die „Musical Comedys“ noch eher eine Art Revue mit einer einfachen Hintergrundhandlung. George und Ira Gershwin entwickelten neue Konzepte eines Musicalstücks und die Komponisten Jerome Kern und Librettist Oscar Hammerstein setzten einen großen Meilenstein der Musicalgeschichte mit „Show Boat“.
Dieses Musical bietet als erstes seiner Art eine komplette, gesungene Handlung. Die Musik treibt das Stück weiter, wie in der Oper definieren die Lieder und Melodien die Charaktere und Wendepunkte in der Handlung.
Anders als in den revueartigen Shows davor kommen auch das erste Mal politische Themen auf die Musicalbühne:
Die Story spielt auf einem Mississippi-Flussdampfer und erzählt von einer Varietésängerin und einer Liebesbeziehung zwischen ihr und einem schwarzen Maschinisten. Bis heute wird das Stück immer wieder aufgeführt und die Ballade „Ol Man River“ ist mittlerweile ein Evergreen geworden. Zwar löste das Stück schon bei seiner Uraufführung Kontroverse aus, weil mit der Rassentrennung und Begriffen wie „Nigger“ und dem Sklavenhandel sehr wunde Punkte der amerikanischen Gesellschaft getroffen wurde. Kerns Musical schaffte etwas, was davor nicht möglich war: Es polarisierte und spiegelte die Gesellschaft wieder.

Mit diesem Musical begann ein Siegeszug, der nicht nur eine Theaterbranche beflügelte, sondern auch einer weiteren Wirtschaftsbranche zum Aufstieg verhalf: Mit Aufkommen der Tonfilme boten Musicals ideale Möglichkeiten, um das Publikum auf der Leinwand zu unterhalten. Mit Orchester und Tänzern begleitet konnten nun die Shows immer und immer wieder aufgezeigt werden.
In den 30er Jahren bahnten sich viele Stücke vom Broadway ihren Weg nach Hollywood. Die neu eröffneten Studios boten vielen Schauspielern Jobs an und suchten händeringend nach herausragenden Persönlichkeiten, die sich gut vermarkten ließen.  Mit dem Medium Film konnten auch Szenen realisiert werden, die auf der Bühne noch zu aufwändig waren. Der Mississippi-Dampfer von Show-Boat konnte nun wirklich im Wasser fahren, durch Nahaufnahmen konnten Tänzerinnen und Tänzer in aufwändigen Kostümen gut betrachtet werden und schnelle Schnitte brachten noch mehr Rasanz in die Stücke. Die Film-Musicals machten die Bühnengattung nun weltweit handelstauglich und brachten sie auch langsam über den Atlantik in die alte Heimat.

Shirley Temple wäre ohne das Genre Musical-Genre niemals so groß raus gekommen. Denn das kleine, goldgelockte Mädchen, das steppen und singen konnte, begeisterte die Massen.

Auch Walt Disney hat seine ersten großen Kinofilmerfolge mit einfachen Geschichten, in denen viel gesungen wird, ein Konzept, das bis heute unverändert ist. Schneewittchen singt für ihren Prinzen, Anna und Eliza von „Frozen“ singen um ihre innere Freiheit.Die darauf folgende Zeit im zweiten Weltkrieg brachte vorerst keine Änderungen. Die Film Musicals waren eine willkommene Abwechslung an der Front und auch für die Menschen in den USA, um sich von den Gräueln des Krieges abzulenken. Im Londoner West End entstanden  in den 30er Jahren die ersten Theater, um auch dort die Leute zu unterhalten. Zwar behandelten die Musicals weiterhin Themen wie Rassentrennung, soziale Ungerechtigkeit (etwa in Porgy und Bess), aber auch die Revue erlebte eine  Wiedergeburt und die Comedy drängte sich in den Vordergrund

Romeo und Julia in Manhattan und haarige Soldaten

Nach dem Krieg erlebte das Musical eine neue Wandlung. Bisher bei der klassischen Phase waren die Musicals entweder von starker Ernsthaftigkeit oder fast slap-stickmäßiger Komik geprägt. Nach dem Krieg begannen die Komponisten und Produzenten damit, mehr auf soziale Themen einzugehen, die Musik des aktuellen Zeitgeschehens einfließen zu lassen und mehr Seriosität zu bekommen. Ein wichtiger Vertreter war Leonard Bernstein. Mit seinem Musical „West Side Story“ fasste er ein aktuelles Thema der amerikanischen Gesellschaft auf. Zwei ethnische Gruppen, die puertoricanischen „Sharks“ und die amerikanischen „Jets“ kämpfen um die Vorherrschaft in der West Side von Manhattan. Allerdings verlieben sich Maria von den Sharks und Tony von den Jets ineinander. Eine Verbindung, die gesellschaftlich wie familiär inakzeptabel ist. Bernstein brachte  die Geschichte von Romeo und Julia nach Amerika und traf den Nerv der Zeit.
Die Musik ist von südamerikanischen Mambo-Rhythmen und Jazz-Dance-Verfolgungsjagden geprägt.

Mit den Beatles, Woodstock und einer neuen Öffnung der sozialen Gesellschaften wechselten auch die Themen und Musikrichtungen weiter. Die Rockmusik und E-Gitarren feierten ihren Einzug in die noch klassisch besetzten Orchester.
Mit Musicals wie Hair oder Jesus Christ Superstar gehen die Musical-Theater neue Wege. Mit Hair wird der Vietnam-Krieg offen kritisiert. Ein junger Mann, der in die Army eintreten will, trifft auf eine Hippie-Kommune und denkt über die Folgen des Krieges nach. Mit Andrew Lloydd Webber und Stephen Sondheim kommen in den 70ern zwei Musical-Komponisten in die Bühnenwelt, die bis heute Geschichte schrieben.

Größer, Schneller, Spektakulärer

Webbers erstes Musical „Jesus Christ Superstar“ greift auf die Passionsgeschichte der Bibel zurück. Mit gerade einmal 19 Jahren komponiert er, zusammen mit Tim Rice die Musik zu dem Stück. Was herauskommt ist eine Rock-Opera, die für Aufsehen sorgt. Jesus ist nicht mehr nur der weise und unantastbare Sohn Gottes. Er zeigt Schwächen, zweifelt den Sinn seines Auftrages an. Judas bezweifelt Jesus Zweck, die Welt zu retten, möchte alle Armen retten und Maria Magdalena ist verwirrt über ihre Verliebtheit zu Jesus. Das Stück zeigt die menschlichen Seiten einer religiösen Figur. In der Verfilmung von 1974 werden neben antiken Szenerien Düsenjets, Baugerüste und römische Soldaten mit Maschinen-Gewehren eingebaut. Es sorgt für Aufssehen.  Auch andere Musicals wurden nach dem Prinzip gestaltet, z.B. „Miss Saigon“, welche die Geschichte von Pucchinis „Madama Butterfly“ ins von den USA besetztes Vietnam verlegt, oder AIDA von Tim Rice, welche die gleiche Geschichte nacherzählt wie die Oper von Verdi.
In den 80ern wandert das Musical langsam in die heutige Richtung. Neben sozialkritischen Themen werden auch vermehrt wieder einfache Geschichten aufgenommen, um das Publikum zu erheitern, vielfach werden Romanvorlagen verwedendet. Trotzdem wird die  Musik anspruchsvoller und auch die Bühneninszenierungen erreichen neue Höhepunkte.
Highlights sind zum Beispiel „Cats“, das zwar nur auf einem großen Schrottplatz spielt, aber durch choreographische Highlights die Zuschauer begeistert. Melodien wie „Memory“ oder „Macavity“ werden auch außerhalb der Bühne immer wieder gespielt und gesungen.
Die 80er Jahre sind definitv Webbers Jahrzehnt. Eine weitere spekakuläre Show ist „Starlight Express“. Dieses Musical wird komplett auf Rollschuhen gespielt. In Bochum wurde eigens ein Theater dafür gebaut und von über 100 Millionen Zuschauern besucht. Hinzu kommt der Einsatz von Pyrotechnik, Lichteffekten und elektrischen Instrumenten.
Auch wenn diese Musicals eher der Unterhaltung dienen, werden schwerere Stoffe vertont. Besonders Literaturklassiker werden nun auf der Bühne umgesetzt.
Das Phantom der Oper und Les Miserables sind nach literarischen Vorlagen geschaffen worden. Die Melodie ist schwer und eingängig, nach 3 Stunden Theatererlebnis kann man nicht so beschwingt das Haus verlassen, wie etwa nach „Cats“.
Doch gerade das macht die Zuschauer süchtig nach dieser Art von Musicals. In den 80ern erreicht das Musical-Fieber schließlich auch Westdeutschland. In Hamburg wird die Neue Flora eigens für das Phantom der Oper erbaut. Die ursprünglich dafür vorhergesehene Rote Flora wurde von links-gerichteten Punks besetzt und verteidigt. Das amerikanische Musical erreichte damit politische Bedeutung, es galt als Sinnbild für Kapitalismus, Kommerz und Konsumgesellschaft. Bei der Premiere 1990 vom Phantom der Oper in Hamburg wurden die eingeladenen Gäste von einer wütenden Menge mit Farbbeuteln und Eiern beworfen.In den 90ern festigt sich das Musical-Genre. Mit der Stage-Academy in Hamburg und weiteren Theaterschulen wachsen erste Ausbildungsplätze auf deutschem Boden. Auch die Anzahl der Disney-Produktionen wächst am Broadway.  In den 90ern machten es sich die Studios immer mehr zur Aufgabe, die Filme auf die Bühne zu bringen. Aladdin, Arielle – die Meerjungfrau und der König der Löwen begeistern seit den 90ern nicht nur im Fernsehen, sondern auch auf der Bühne Millionen von Zuschauern. „Der König der Löwen“ läuft seit 2000 ununterbrochen in Hamburg und ist damit, neben Starlight Express, das einzige Musical, das niemals seinen Standort in Deutschland wechseln musste. Dabei legen all diese Musicals Wert auf eine ausgereifte Bühnentechnik und beeindruckende Kostüme.
In Deutschland zieht vor allem die Stella-AG in den 90ern wertvolle Musicals von Broadway und West End an Land: Das Phantom der Oper, Der König der Löwen und Cats sind nur der Beginn einer langen Siegesserie in den deutschen Schauspielhäusern.
Über Fast 80 Jahre nach Show Boat gewinnen Menschen auf der ganzen Welt Freude am Musical.

Von singenden Elben, tanzenden Indianern und heiratswütigen Abba-Fans

Seit „The Black Crook“ haben sich viele Komponenten geändert. Neben den sozialen Aspekten und den wandelnden Musikstil, und dem Musical, das auf die Kino-Leinwand wanderte, scheint der Trend heute dahin zu gehen, dass die Filme von der Leinwand auf die Bühne gebracht werden.
Wie bereits erwähnt, begann Disney recht früh damit, seine Kinoerfolge bühnenreif zu machen. Musicals sind nicht mehr nur eigene Geschichten oder literarische Abwandlungen, sondern eignen sich auch dafür, einen Film noch mehr zu kommerzialisieren.
Neben „König der Löwen“ und „Die Schöne und das Biest“ brachte Disney zuletzt „Tarzan“ auf die Bühne, mit den Songs von Phil Collins. Generell lassen sich Klassiker von Bands und Sängern bestens in ein Stück kompensieren. In Wien feierte nach London und New York auch das Filmmusical „Mary Poppins“ eine umjumbelte Premiere.
Doch auch Musik von nationalen und international bekannten Bands werden immer wieder in eigene Musicals verpackt. Ein Beispiel dafür ist das Musical „Mamma Mia“ mit Musik der schwedischen Pop-Gruppe Abba. Hits wie „Mamma Mia“, „Money Money Money“ oder „The Winner takes it all“ werden in ein romantisches Ambiente auf eine griechische Insel gesetzt und erzählen eine heitere Story rund um eine Hochzeitsgesellschaft.
Auch Queen schafft es mit „We will rock you“ auf die Musicalbühnen dieser Welt und feierte am Broadway große Erfolge. In Deutschland wurde dieses Prinzip  bei heimischen Künstlern entdeckt: Mit „Ich war noch niemals in New York“ wurde Udo Jürgens und mit „Hinterm Horizont“  Udo Lindenbergs musikalische Meilensteine geehrt.
Diese Art von Musicals werden unter dem Namen „Jukebox-Musical“ geführt. Die Handlung ist nicht allzu tiefsinnig, wie schon zu Beginn der Musical-Ära und durch die bekannten Lieder kann das Publikum locker die Songs mitsingen. Das bietet einen besonderen Anreiz und stößt auf große Beliebtheit.Doch neben den Jukebox-Musicals versucht die Filmindustrie auch weitere Filme auf die Bühne zu bringen.
2007 etwa wurde „Der Herr der Ringe“ in einer spektakulären Bühnenshow am Broadway präsentiert und auf weltweite Tour geschickt. Neben gesanglichen Elemente setzt die Show auch auf Action, Stuntszenen und vielen Special-Effects…genauso wie um 1900.
Aber auch Shrek, Spiderman und Rocky Balboa schafften es auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Letzteres ist sogar eine kleine Sensation, denn entgegen der anderen Musicals wurde „Rocky“ in Deutschland produziert und uraufgeführt und die Lizenz nach New York ans Broadway verkauft. Dies bezeugt auch den immer stärkeren Standortfaktor von Deutschland in der Musical-Welt.
Auch „Der Schuh des Manitu“ und „Titanic“ wurden aufgeführt. Aber das Publikum fand wohl künstlich bayrisch singende Indianer und eine absaufende singende Schiffscrew nicht so ansprechend, dass es bald wieder abgesetzt wurde.Mittlerweile verschwischen die Grenzen zwischen Film und Musical offenbar immer mehr. Abba kam vom  Radio auf die Bühne und schließlich mit Amanda Seyfried und Meryl Streep auf die Kinoleinwand. Andere Filme, wie Sister Act oder Natürlich Blond feiern nun auf der Bühne ihr Weiterleben. Das Musical hat sich einst in Amerika als Schmelztiegel vieler Kulturen entwickelt und unterhält bis heute Menschen verschiedenster Kulturen weltweit. Auch erlebt es immer wieder neue Abwandlungen.
In Indien ist „Bollywood“ mit den langen Tanz-und Gesangseinlagen eine eigene Musicalbranche. Deutschland ist neben dem West End in Großbritannien eine der führenden Märkte in der Musicalwelt und bietet regelmäßig neue Shows und Events. Führend ist sicherlich hier der Konzern „Stage Entertainment“, der mit 12 Häusern – Tendenz wachsend-  in ganz Deutschland das Publikum bedienen kann. Aber auch Stadttheater und kleine Spielhäuser bieten regelmäßige interessante und liebevoll gestaltete Produktionen, die um nichts dem Broadway nachstehen müssen.Wie einst die Oper entführt heute das Musical die Zuschauer in verschiedene Welten und hat sich  alleine in den letzten 130 Jahren einem Wandel unterzogen, der bei der Oper mehrere Jahrhunderte brauchte. Es entwickeln sich immer wieder neue Musicals, neue Songs und man kann gespannt sein, was diese Branche weiter zeigen wird.